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Cultivated Fields

Urban Developmental Project and Landscape Concept

Morphology describes the transport of cultural contents of consciousness, which find their expression repeatedly in various but similar natures. In our opinion a specific pattern reveals itself with closer examination of the existing settlement structures in Feldmoching as an expression of historical settlement expansion in the interwar or post-war years. The long and narrow parcels of land originally adjoining the back of farmhouses were released for building purposes successively. In this manner a closely built-up area was progressively developed. The nature of access structures and patterns of order, typical of former farmland, a gently undulating landscape, remaine recognisable till today, regarding the contemporary structures. Agricultural lands started to disappear in order to find increasingly expression in architectural structures becoming an urban space, a built-up landscape. Relations between urban and rural areas are moving increasingly to the fore. This project tries to overcome the exclusivity inherent in opposing understandings of city and “nature“.

Competition 1st Prize
Development of a temporally dynamic Concept
development area: 40,4 ha
“LowTec-LightTec-HighTec“ by Klaus Daniels Birkhäuser, in Süddeutsche Zeitung, 3.11.1996

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Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme München Bergwachtstrasse

Die drei großen Gärten: Der öffentliche Raum – Bewegung durch den Landschaftsraum
Es ist die Dialektik zwischen dem Durchschreiten (- der Bewegung), und der Betrachtung, die der Erfahrung einer Landschaft zugrundeliegt.
Dieser Dialektik entsprechend ist es unmöglich, sich mit einer einzigen Ansicht dieser Landschaft zufrieden zu geben. Man kann eine Gartenlandschaft
nicht als eine in ihrem Wesen statische „Sache an sich“ betrachten, sondern muß sie vielmehr als einen Prozess unendlicher Beziehungen in einem
räumlichen Gefüge erleben, das heißt, der Garten wird zu einer „Sache in uns“.
Nicht Mitte, – sondern Orte: Das städtebauliche Prinzip – mehr Methode als Form des Zusammenspiels zwischen Haus und Freiraum – bildet eine „soziale Topographie“ spezifischer Orte aus, die in ihrer ganzen Bandbreite von Zurückgezogenheit bis Öffentlichkeit den Rahmen für das Wachsen des
Gemeinschaftslebens stellt. In jedem Band oder Teppich reihen sich von Nord nach Süd jeweils verschiedene Pflanzungen und Freiflächen aneinander,
gliedern und nuancieren so den Freiraum. Die linearen Pflanzungen unterscheiden sich in ihrer Farbigkeit, Höhe und Dichte und somit in ihrer
Transparenz. Aus dieser parallelen Anordnung ergeben sich zwei grundlegende Arten der Wahrnehmung: In Nord – Süd Richtung betrachtet, verdichten und überlagern sich die Pflanzungen zu lebendigen bunten Bildern. Von West nach Ost betrachtet sind sie schützende Rahmen einzelner Flure.
Über dieses Spiel mit Enklaven und Weitungen verbinden sich die einzelnen Sequenzen zu großen erlebbaren Freiräumen.
Die nördlichste dieser thematisch ausgerichteten Raumsequenzen versinnbildlicht Kontemplation und Beschaulichkeit, zeigt die Schönheit der bewusst gestalteten „Natur“. Das mittlere Band mit eingelagerten Blumenfeldern, bietet Raum und Weite für spielerische Aktivitäten. Im unteren Band verdichtet sich die gärtnerische Nutzung über die angrenzende Gärtnerei, Obstbaumwiesen, als auch durch intensivere private Aneignung. Die jahreszeitliche
Veränderung der Landschaft wird als gestalterisches Mittel eingesetzt. Verschiedene Felder blühen im Frühling, wiederum andere tragen im Herbst
Früchte. So werden Akzente in der Siedlung gesetzt, die sich über das Jahr hinweg verlagern, die benennbare Orte sind, in einer Struktur, offen und
präzise zugleich, – als Rahmen für die „gelebten“ Zentren des neuen Quartiers.

Parken am Haus: Parkfelder im gestalteten Strassenraum
Unter der Atelier-/ Laubenzeile (Reihenhaus), dem Terrassenband (Punkthaus) oder der Baumreihe vor dem Schichtenhaus, . . . Bei fast allen
Haustypen liegen die zugeordneten Parkplätze direkt am Haus. Durch die Eingliederung der „Parkfelder“ als prinzipiellen Teil der räumlichen
Bebauungspattern, in Wechselwirkung von Verengungen und platzähnlichen Weitungen sind sie sebstverständliches Gestaltmittel der rhythmisierten
Strassenräume.

Wohnen in den großen Gärten: Das Membranhaus im Grünen
Das Membranhaus, einer Arche gleich, steht etwas erhöht und wird von den ruhigeren Bereichen des öffentlichen Grüns „umspült“. Dachgärten
ergänzen den privaten Freiraum. Die Häuser stehen dicht an dicht mit den Bäumen. Das schmale dreigeschossige Gebäude mit „offenem“,
interpretierbarem Grundriss,ermöglicht ein „durchwohnen“ der Räume. Große Fensterflächen öffnen sich zu den öffentlichen Grünanlagen. Als Puffer
oder Übergangsräume sind den Wohnungen in voller Breite Wintergärten als Membrane vorgelagert. Die Oberfläche, die Membrane, wirkt als „atmende“ Haut, die auch das Microklima des umgebenden Grüns aufnimmt. Um diese besonderen Qualitäten zu unterstreichen und zu sichern, befinden sich in Konsequenz die zugeordneten Stellplätze abgerückt von den Häusern in fußläufiger Entfernung. Von den zugeordneten Stellplätzen, immer in der Nähe einer „Adresse“, den öffentlichen Einrichtungen, ist man mit den stets anschließenden Fuß- und Radwegen mit wenigen Schritten direkt am Haus. Die Anliegerwege an den Membranhäusern – vorrangig Spielflächen für Kinder, ermöglichen die Anlieferung, Zufahrt für Notfälle und Infrastruktur. Parken ist hier nicht erwünscht.

Das Wegenetz im Quartier: Neue Verbindungen in die Gartenlandschaft
Über das gesamte Quartier spannt sich ein weitläufiges Wegenetz. Alle Fuß- und Radwegeverbindungen in Ost – West Richtung liegen in der
Ordnungsstruktur der zugrundeliegenden Flure und fügen sich in die Feldstrukturen in die Bebauungsteppiche. Analog zur differenzierten Bebauung mit Vegetation, gliedert das Wegesystem die verschiedenen Raumsequenzen. Dabei schafft die gestalterische Spannweite vom Boulevard bis zu
heckenbestandenen Pfaden eine Ergänzung zu den jeweiligen Raumqualitäten. Bei einer Durchquerung in Ost – West Richtung innerhalb eines der drei
Grünbänder, verändern sich die Raumsequenzen nur langsam. Diese sich in ihrer linearen Ausdehnung nur langsam wandelnden Grünsequenzen,
verbinden auch erstmals die östlich der Bahn liegenden Siedlungsbereiche mit der freien Landschaft im Westen. Bei der Betrachtung des Nord – Süd
Verbindungsraums, wird die Vielfältigkeit der ganzen Ordnungsstruktur sichtbar: Eine Bewegung auf diesen, fast ausschließlich den Fußgängern und
Fahrradfahrern vorbehaltenen Verbindungsräumen ähnelt dem „Querlesen“ eines Textes: mit wenigen Schritten passiert man die unterschiedlich
gestalteten Raumsequenzen, mit kurzen Wegen werden so auch die Orte der öffentlichen Einrichtungen wie Schule und Kita, oder Sportanlagen an die
Ortschaft fußläufig angebunden. Die Zugänge zu den direkt angrenzenden Hauszeilen, Fahrradparking, Bänke und „bewegliches“ Grün,
rhythmisieren den Verbindungsraum.

Plätze, öffentliche Einrichtungen und Gewerbe: Dezentralität als Prinzip
Die Sonderpositionen, wie etwa Schule, Kindergarten oder Ladenzeile, belegen die Ränder des neuen Quartiers. Diese „Klebestreifen“ zwischen alten
und neuen Siedlunsfeldern liegen immer an den Schnittpunkten zwischen fußläufigen Verbindungsräumen, Anliegerstrassen und Busstation.
Lerchenstraße und Lerchenauer Strasse erhalten so erstmals eine eher ortsinterne Zuornung. Die Sonderpositionen erzeugen aufgrund ihrer
öffentlichen Funktion und Lage eine Art „kritische Masse“, die die vorgelagerten Plätze mit Leben erfüllt. Jeweils an den Rändern der großen
öffentlichen Gärten markieren diese Sonderpositionen dort den räumlichen Abschluss. Die niedrigen, flächigen Hauspattern umschließen verschiedene
hausbezogene bis halböffentliche Innenhöfe, die, an das rückseitige öffentliche Grün angebunden, das Beziehungsnetz längs der großen Gärten
spannen.

 
SITE: Feldmoching, MUNICH, GERMANY
YEAR: 1996-1997
STATUS: COMPETITION ENTRY – 1ST PRICE
CLIENT: PlanNING DEPARTMENT, CITY OF MUNICH
DESIGN: terrain: loenhart&mayr BDA ARCHITECTS AND LANDSCAPE ARCHITECTS WITH Klaus Ammer Arch, Irene Burkhardt, Monika Schüller LArch AND Bernd Bergemann, Friedrich Duhme, Oliver Engelmayer, Peter Hörauf, Hans Niedermair

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